Auf zu neuen Perspektiven

Führerschein

Bei Eintritt einer körperlichen Einschränkung (Behinderung) erlöschen sämtliche erlangten Fahrerlaubnisklassen automatisch, wenn keine Fahreignungsüberwachungsfahrt durch den Tüv erfolgt. Laut Gesetz ist die Fahrzeugführer/in zu einer Selbstanzeige verpflichtet! Wird dies nicht berücksichtigt gilt dann der Tatbestand „Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis“. Überdies besteht somit auch kein Versicherungsschutz!

Mögliche Eintragungen und respektive Auflagen der Fahrerlaubnis können allerdings auch jederzeit durch eine erweiterte Fahreignungsüberwachungsfahrt geändert werden. Wir arbeiten hierbei eng mit regionalen Fahrschulen zusammen, die sich mit uns ganz dem Thema Mobilität ohne Grenzen widmen. Kooperationspartner ist weiterhin der TÜV Rheinland.

Neuanfänger/in - oder Führerscheininhaber/in?

Zur (Wieder-)Erlangung einer Fahrerlaubnis sind zwingend notwendig:

1. Ein verkehrsmedizinisches Gutachten ist erforderlich. Der Mediziner wird Art und Umfang der körperlichen Ein-schränkung feststellen, und aus medizinischer Sicht mögliche Hilfsmittel und Auflagen benennen. Dies geschieht in der Regel durch Schlüsselzahlen. In der Regel muss die zuständige Verkehrsbehörde (SVA / Landratsamt) hier einen Prüfantrag an den Mediziner vergeben. Dies gilt im Übrigen auch für TÜV und Dekra, da beide nur auf Antrag arbeiten!

2. Falls durch das Verkehrsmedizinische Gutachten eine orthopädische Versorgung stattfinden muss, um z.B. geeignete Stützsysteme für Hand / Arm, oder Fuß / Bein zu gewährleisten, sollte hier eine sachkundige Orthopädiewerkstatt, am besten mit Erfahrung auf dem Gebiet des Zweiradfahrens zur Seite gestellt werden.

3. Als nächsten Schritt muss ein entsprechendes Fahrzeug angeschafft, und umgerüstet werden. Hierbei ist zu beachten, dass abweichend und unabhängig von der gutachterlichen Stellungnahme des Mediziners der für die Fahreignungsprüfung zuständige Mitarbeiter des Tüv und der Dekra im Rahmen seines Ermessensspielraums Art und Umfang der Umrüstung sowie geeignete Auflagen formulieren kann! Dies sollte im Vorfeld geklärt sein.

4. Für die Vorbereitung der  Fahreignungsprüfung ist eine geeignete und erfahrene Fahrschule zu suchen, die auf dem Gebiet der behindertengerechten Fahrausbildung tätig ist.

Die Praxis hat erwiesen, dass ein intensives Fahrtraining die neu zu erwerbenden Automatismen fördert und einen sicheren Umgang mit dem Fahrzeug gewährleistet. Die Fahreignung wird wie oben beschrieben durch den TÜV Rheinland oder der DEKRA, je nach Zuständigkeit festgestellt.

Über die möglichen Eintragungen (Auflagen und Schlüsselzahlen) in den Führerschein informieren wir Sie gerne in einem persönlichen Gespräch. Eine enge Zusammenarbeit mit uns, der Fahrschule und dem Tüv ermöglicht eine unbürokratische und effiziente Fahrausbildung. Diese kann auch in einem Powerblock-Ausbildungsprogramm für Neu- und Wiedereinsteiger absolviert werden. Selbstverständlich kann der oben beschriebene Weg der behördlichen Instanzen auch am Wohnort beschritten werden. Vorsorglich weisen wir darauf hin, dass es im Ermessen der zuständigen Bewilligungsstellen liegt, über die entsprechenden Auflagen zu entscheiden.